Party mit den Oldies, gaanz viel Meerwasser und der Osterhase schaut auch noch vorbei!

Sonntag, 31.03.2013

Halli Hallo aus Suedafrika!

Nun muss ich ersteinmal wieder weit ausholen uns starte Mitte Januar!

Leider gab es dort schon wieder eine Beerdigung, der Pfarrer Kuckertz ist von uns gegangen. Der Krebs hatte ihn immer mehr gezeichnet, trotzdem hat er unermuedlich gearbeitet, hat sogar noch ein kleines Museum gebaut, in dem er seine gesammelten Werke zu den verschiedenen Kulturen Suedafrikas austellen wollte. Er hat viel uebersetzt und sein Lebenlang eigene Tezte und sogar Buecher rausgebracht. Bis zu letzt hat er noch Franzoesisch gelernt, er war also wirklich nicht zu bremsen! Zu seiner Beerdigung kamen viele Leute, die Kirche war voll! Trotzdem habe ich erstmal genug von Beerdigungen hier in Suedafrika! Waehrend ich in Deutschland noch nie eine Beerdigung miterlebt habe, sehe ich hier jeden Samsatg mindestens Zwei Trauerzuege Richtung Friedhof gehen. Auch unter der Woche finden einige Beerdigungen statt und das in einer Location, die wirklich nicht viele Einwohner hat (eine genaue Zahl weiss ich leider nicht). Fuer die Location Petsana gibt es Drei Friedhoefe, wobei wir da nicht von den schoenen Friedhoefen wie bei uns in Deutschland sprechen, es sind einfach Flaechen die aussehen wie ein Acker und sehr trostlos sind.

Nun aber genug von Beerdigungen und Friedhoefen, Ende Januar wurde im Convent gefeiert!Im Altenheim wurde das Tanzbein geschwungen! Wir bekamen besuch von Lesedi FM (der Radiosender fuer alle Sesotho sprechenden Christen) und SABC (grosser Fernsehsender in SA). Eigentlich kamen sie um Decken an unser Altenheim zu verteilen, im Gepaeck hatten sie aber auch klasse Saenger, die den alten Damen und Herren ordentlich eingeheitzt haben! Da wurde getanzt und gesungen und schon war es gar nicht mehr so ruhig im Altenheim:)!

Im Convent wurden Palesa und Mahadi, unsere zwei Postulantinnen, also Schwesternanwaerterinnen, eingekleidet! Das heisst nicht, das sie vorher nichts trugen, sie haben nun halt einfach die Tracht der Schwestern ueberreicht bekommen. Gefeiert wurde dies in einer Messe, in der sie auch ihre neuen Namen bekamen: Palesa ist nun Sister Mary Rose (sehr schoen, wie ich finde) und Mahadi ist nun Sister Mary Ignatias. Als ich die zwei zum ersten mal in ihren neuen Gewaendern sah, musste ich doch zweimal hinschauen. Vorher trugen sie blaue Kleider und Kappen, nun sahen sie aus wie wirkliche Schwestern, irgendwie ungewohnt....

Ausserdem feierten wir das 40 jaehrige Jubilaeum der Schwester Paula und das 60 jaehrige Jubilaeum der Schwester Gerlinde, die in den 50ger Jahren nach Suedafrika kam. Fuer mich doch eher schwer vosrtsellbar, dass diese zwei sich in jungen Jahren dafuer entschieden haben, ins Kloster zu gehen und ein Leben lang, und immer noch, fuer die Alten und Kranken zu arbeiten.

Bei diesen Feierreien gab es wie immer viel Essen und ich konnte mich mit den unterschiedlichsten Leuten austauschen!

Zureuck im Projekt! Ende Januar habe ich das Altenheim verlassen, LEIDER, und habe mich wieder der Arbeit im meinem Projekt gewidmet. Die fing auch sehr gut an, wir haben fuer unsere aelteren Kindern ein Fussballturnier organisiert, die Maedels haben Netball gespielt. Das Ganze steht im Zusammenhang mit AFCON 2013, also der Fusballmeisterschaft Afrikas, die in diesem Jahr  in Suedafrika stattgefunden hat. Wir haben also verschiedene Teams aus der Location gefragt und tatsaechlich hatten die meisten Lust auf so ein Turnier! Die Maedels haben Netball gegen die netten Damen von der Polizei gespielt und ein Schach-Duell gab es auch noch! Beim Fuss - und Netball haben wir leider verloren, fuer alle Beteiligten war aber klar, soetwas muss es noch einmal geben!

Am 23.02 sollte es einen besonderen Tag fuer unsere HIV kranken Kinder geben. Anlaesslig des Valentinstages wollten wir unseren Kindern einen schoenen tag bereiten, der nur ihnen gehoert. Wir fuhren mit ihnen zu einer Art Casino, in der es einen Bereich nur fuer Kinder gibt. Sie haben sonst einfach nicht die Moeglichkeit sich richtig auszutoben, einfach mal Kind zu sein. Hier konnten sie die verschiedensten Spiele spielen und hatten die Chnace aus ihrer kleinen Welt in Pestana rauszukommen. Diesen Tag wollten wir auch dazu nutzen mit ihnen ueber ihre Krankheit zu sprechen, die miesten sind zwar noch sehr jung, trotzdem ist es wichtig, dass sie wissen womit sie es zu tun haben. Wir haben einen Berater der Klinik in Petsana eingeladen, der mit ihnen vorallem ueber ihre Medikamente gesprochen hat. Wenn sie auch nicht verstehen, was dieser Virus mit ihrem Koerper anrichtet, so ist trotzdem sehr wichtig fuer sie zu verstehen, dass sie ihre Medikamente nehmen muessen. Spaeter fuhren wir noch zu einem Spielplatz mit grosser Wiese, wo wir einen Breei fuer die Kinder veranstalteten. Breei heisst vorallem viel, viel Fleisch und Pap! Fuer die Kinder war es ein aufregender Tag und ich habe mich sehr gefreut, all dies mit ihnen erleben zu koennen!

Ich moechte keinen zu Hause beunruhigen, das Folgende ist aber leider etwas, dass in Suedafrika immer noch zu haeufig passiert. Als wir an einem Sonntag Morgen aus der Kirche kamen, rannten Thuso(der Gaertner) und Pulane(arbeitet hier als Schneiderin) wie wild auf uns zu. Die beiden verfolgten einen Mann, der ins Convent eingedrungen war. Wir konnten ihn gerade noch ueber die Wiese in Richtung Stadt davon laufen sehen. Ohne zu zoegern schnappte sich eine der Schwestern ein Auto und fuhr mit den Beiden hinterher, in Richtung Stadt. Die Polizei wurde natuerlich auch informiert. Tatsaechlich schafften sie es, den netten Herrn in der Stadt festzunehemen, mit der Hilfe der Schwester, Thuso und Pulane!

Anfang Maerz hatte ich die grossartige Chnace Durban zu sehen! So als Nordlicht habe ich das Meer, ja schon vermisst! Der Free State ist ja eher trockenes Gebiet, da sind groessere Wasservorkommen eher selten. Schon auf der Fahrt Richtung Durban, hat sich die Landschaft veraendert, wurde viel "afrikansicher" und war nicht mehr so staubtrocken. Einen ersten Zwischenstopp hatten wir irgendwo im nirgendwo, dort wollte der Pfarrer seine zweite Familie besuschen, eine Familie die ihn vor langer Zeit mit einem Ritual (Sauermilch trinken, bevor man ueber die Tuerschwelle tritt) in ihren Kreis aufgenommen hat. Fuer mich war es interessant, wie eine Zulu-Familie, lebt, hier kriege ich ja eher die Kultur der Basothos mit. Die ganze Familie lebt auf einem Areal zusammen, die Familienmitglieder leben in runden Lehmhuetten, die im Sommer angenehm kuehl sind! Wir wurden herzlich begruesst und haben dann in einer der Lehmhuetten, ich glaube dort lebt das Familienoberhaupt, zusammen gebetet. Zum Abschied haben wir ihnen noch viel Essen dort gelassen, darueber haben sie sich sehr gefreut!

Am Abend erreichten wir Pietermaritzburg, ein Stadt etwas 2 Stunden von Durban entfernt. Auch dort gibt es deutsche Schwestern, die in einer sehr reichen Gegend ein Altenheim fuehren. Dort konnten wir eine Nacht verbringen und mein Zimmer war der Wahnsinn mit einem schoenen Blick ueber Pietermaritzburg. Ein Teil des Altenheims wird von Schwestern bewohnt, die ihr lebenlang in Schulen, Kindergaerten und Heimen gearbeitet haben und nun ihre letzten Tage dort verbringen. 

Am naechsten Morgen ging es auf nach Durban. Ich hatte mich sehr auf das Meer gefreut, vorher zeigte mir der Pfarrer aber noch eine seine frueheren Arbeitstaetten. Am Rande Durbans hat man riesige Hostels gabaut, grosse Komplexe in denen vorallem Maenner leben, die auf Arbeit in der Stadt hoffen. Sie lebten dort zu 6 oder 12 Mann in einem Zimmer, mittlerweile wurden diese aber zu Wohnungen umgebaut, die trotzdem einfach winzig sind. Der Pfarrer ging dort frueher ein und aus und ging in jedes Zimmer um mit den Mneschen dort zu sprechen und zu beten. Ich hatte doch zunaechst ein etwas mulmiges Gefuehl, als weisses Maedchen dort reinzugehen, sehr einladent sah es nicht gerade aus. Glueglicherweise habe ich es aber gemacht und konnte Eindruecke mitnhemen, die einem normalen Touristen verwehrt bleiben.

In Durban angekommen, besuchten wir das Moses Mabhida Stadium (in Anlehnung an Nelson Mandela), das mit einem Lift ausgestattet ist, der einen auf das Dach des Stadiums bringt. Gebaut wurde es zur Fusballweltmeisterschaft 2010, der Lift und der Bogen, an dem der Lift hochfaehrt, wurden extra aus Deutschland angeliefert. Ausserdem konnte ich die uShaka Seaworld sehen, die ich zu Anfang als einfachen Kommerz abgetan habe. Tatsaechlich hatten sie aber tolle Shows zum Thema Umweldschutz, der hier in Suedafrika leider noch keine so grosse Rolle spielt. Da wir nur 2 Tage in Durban hatten, war nicht viel Zeit zum entsapnnen, ich habe es aber einfach genossen, meine Fuesse mal wieder in Meerwasser baden zu koennen. Von diesem besagten Meerwasser muss auch immer etwas mitgenommen werden, am besten auch etwas Sand. Die Leute die von weit her nach Durban kommen, werden das Meer nicht so bald wiedersehen und muessen deshalb, fuer sich selber und die Verwandten, Meerwasser mitbringen. Durban ruft aber schon wieder nach mir, Mitte April geht es wieder hin!

Ein grosses Anliegen von mir war es, den Kindern mehr Platz zum Spielen und austoben zu geben. Unser Projekt verfuegt ueber eine grosse Rasenflaeche, die aber leider leer ist. Mit der Hilfe von Spenden aus Deutschland habe ich es geschafft, ein Klettergeruest fuer die Kinder zu kaufen, noch steht es nicht aber das kann nicht mehr allzulange dauern. Weder in der Location noch in der Stadt gibt es einen Speilpaltz, etwas das fuer die Entwicklung von Kindern eigentlich wichtig ist und ein Ort, an dem sie sicher spielen koennen. Also auch hier nochmal ein grosse Dankeschoen fuer die Unterstuetzung aus Deutschland!

HIV und Tuberkulose, Krankheiten die man in Deutschland zwar kennt, die aber keinen Einfluss auf unseren Alltag haben. Hier in Suedafrika sind sie staendig preasent, sind der Grund warum Woche fuer Woche Menschen zu frueh aus dem Leben gerissen werden. Wir haben deshalb mit unserem Projekt einen World TB Day veranstaltet. Krankenschwestern haben ueber HIV und TB gesprochen, die Leute aufgeklaert und darauf hingewiesen, wie wichtig Praevention ist. Mit Hilfe der Mobile Clinic konnten wir fuer alle einen Tuberkulose- und/oder HIV-Test moeglich machen. Erstaunlich viele Leute haben sich testen lassen, doch noch immer gibt es, vorallem bei dem Thema HIV, grosse Scharm. Dabei ist es wichtig seinen Status zu kennen um die Lage in Suedafrika nicht noch weiter zu verschlechtern. Die Medikamente, die sogenannten ARVs, sind kostenlos in jeder Klinik zu kriegen, und Helfen den Patienten ein normales Leben zu fuhren.

Passend zu diesem Osterwochenende haben wir auch im Projekt unsere eigene kleine Osterfeier gehabt. Fuer alle Kinder wurde viel gekocht, Nachtisch gab es noch dazu! Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Osterhasen zu spielen, da ich an meine Otstern frueher gedach hatte und ich den Kindern genauso schoene Ostern bereiten wollte. So konnte also jerder aus einem grossen Sack Suessigkeiten seine Portion abstauben. Mir hat sehr viel Freude bereitet und ich konnte froehlich in mein Osterwochenende starten!

Euch allen einen schoenen Ostersonntag, geht ihn ruhig an! Ich werde meine restliche Zeit hier geniessen, noch habe ich den gaaanzen April vor mir! Beste Gruesse an alle in Hamburg, ich hoffe ihr friert nicht mehr so!

Willkommen im neuen Jahr und in einem neuen Eintrag!

Sonntag, 31.03.2013

 Samstag, 26.01.2013

Da ich erst jetzt wieder Internetzugang habe, gibt es einiges nachzuholen! Starten wir also Anfang November:

Am Samstag den 03.11.2012 ging es mit einer Schaar Kindern und vier vollen Minibussen nach Springs, einem Vorort von Johannesburg. Die Kinder unseres Projektes traten in den Disziplinen Fussball, Netball, traditionellem Tanz und Gesang und in einer Talentshow gegen Kids eines anderen OVC Projektes an. Natuerlich hatten wir all dies vorher trainiert und einstudiert und haben auch ordentlich abgesahnt. Trotz einiger Verletzter haben wir im Netball und Fussball gesiegt, auch in den anderen Disziplinen haben sich unsere Kinder wacker geschlagen! Der Zusammenhalt an diesem Tag war grossartig, alle haben mitgefiebert und mit den Verletzten mitgelitten, haben sich nicht unterkriegen lassen und alles gegeben! Fuer die Kinder war es sehr aufregendt mal aus ihrer kleinen Welt rauszukommen, etwas anderes zu sehen und sich feiern zu koennen!

November und Dezember sind die Monate der Graduations in den Kindergaerten. Waehrend wir in Deutschland den ersten Schultag gross zelebrieren, eine volle Schultuete in den Haenden halten und zum ertsen mal unseren Klassenraum betreten, wird in Suedafrika der Austritt aus dem Kindergartengarten gross gefeiert. Alles wird festlich geschmueckt, Kinder werden in pompoese Kleidung gesteckt und es wird einem ein buntes Programm aus Tanz und Gesang geboten. Der Hoehepunkt ist dann die Vergabe der Zertifikate an die Kinder, dass diese den Kindergarten erfolgreich abgeschlossen haben. Dabei tragen sie Roben und sehen aus wie kleine College Absolventen. Auch sonst sehen die Kinder bei diesen Verabstaltungen aus wie kleine Erwachsene, in ihren Anzuegen und Rueschenkleidern, auch die Taenze die aufgefuehrt werden sind eher fuer Erwachsene gedacht. Davon abgesehen ist so eine Veranstaltung eine schoene Feier, die den Kindern auch zeigt, dass das was nun kommt, die Schule, wichtig ist, vorallem in einem Land wie diesem, wo Bildung noch keine Selbstverstaendlichkeit ist.

Mitte November erwarteten wir grossen Besuch. Sechszig Freiwillige aus Johannesburg sollten kommen, um neue Ideen ins Projekt zu bringen. Gekommen ist zwar keiner, aus jeder Situation laesst sich hier aber etwas machen! Es wurde also kurzerhand der Grill angeworfen, Fleisch und Pap zubereitet und so hatten wir ein nettes Beisammensein und keiner ist umsonst gekommen! Wir haben also das Beste aus dieser Situation gemacht, auch etwas, dass ich hier immer wieder erleben kann: aus dem was gerade da ist, das beste zu machen und nicht allzuviel rumzunoergeln!

Im November hatte ich auch die Chanceetwas kreatives mit den Kindern zu machen. Passend zum Sommeranfang haben wir Blumen gebastelt, die wir dann mit Woertern ueber den Sommer beschriftet haben. Die Kinder waren zwischen 8 und 10 Jahren und ich war erstaunt, wie ungeschickt einige noch mit der Schere umgegangen sind. Die meisten haben leider nie die Chnace eine zu nutzen und so ihre motorischen Faehigkeiten zu entwickeln. Ich habe den Kindern auch gezeigt, wie sie aus Wolle Armbaender knuepfen koennen, etwas, dass sogar bei den Jungs ankam! Ich versuche mich ebenfalls daran, den Kindern das puzzeln beizubringen, da leider auch die aelteren unter ihnen nicht wissen, wie man ein Puzzel richtig zusammen setzt.

Ende November gab es mal wieder eine Spontan – Aktion der Sister Lioba: Am Samstag fragte sie mich, ob ich mich ihr am naechsten morgen nach Johannesburg kommen moechte um ihren aelteren Bruder zu besuchen. Um 6 Uhr sollte es losgehen, but there is no hurry in Southafrica, wir starteten also nach sieben Uhr. Wir fuhren zusammen mit ihrer juengsten Schwester, ihrem Mann und ihren drei Kindern, alle fanden wir Platz in einem VW Polo. Das so viele Leute in so ein kleines Auto passen, sehe ich hier sehr haeufig. Das Kind kommt vorne auf den Schoss, auf der Rueckbank draengelt sich der Rest. So ging es also eng aneinander gedraengt nach Johannesburg. Unser ertses Ziel war aber nicht wie ich dachte das Haus des bruders, sondern eine Kirche, mit einer Gemeinde die zur Abwechslugn mal bunt gemischt war! Dort wurde gerade die heilige Kommunion zelebriert, an der auch Nichte und Neffe der Sister Lioba teil hatten. Auch, wenn wir nur das Ende des Gottesdienstes mitbekamen, war es wie immer mitreissend und der Gesang des Chors und die Bewegungen der Gemeinde dazu stecken einfach an! Wie bei jedem feierlichen Anlass wurden viele Fotos geschossen, dann ging es weiter zum Haus des Bruders. Dort angekommen traf ich auf viele Familienmitglieder der Motjojis (der Familienname der Sister Lioba), jedem einzelnen wurde ich vorgestellt. Die Kueche war voll mit Frauen, die eine ganze Menge an Essen zubereiteten, draussen wurde ein Zelt und eine Musikanlage aufgestellt. Schon nach kurzer Zeit ging es weiter zur Carnival City, einem risiegen Veranstaltungspark und der dortigen Mall, in der die Schwester noch kurzerhand Geschenke kaufte. Diese Mall war uebergross und sogar an einem Sonntag gut gefuellt. Zurueck am Haus ging es ans Essen. Dieser Part ist bei Festen mit der wichtigste und nimmt auf Grund der Fuelle an Essen viel Zeit ein. Ich sollte von allem etwas probieren, was einen sehr vollen Teller bedeutete, wie immer war es einfach lecker! Auf meinem Teller befanden sich Reis, der neben Pap immer als Grundlage da ist, verschiedene Salate mit Kohl, Erbsen, Karotten, Bohnen, Rotebete und und und! Was nicht fehlen darf ist Fleisch, meistens mit viel Sosse und Gemuese, oder einfach in der Form von frittiertem Haehnchen. Genauso wichtig bei solchen Festen ist das Bier, das an diesem Tag nicht nur von den Maennern getrunken wurde! Ich hatte einen schoenen Tag im Kreise der Motjojis, mit gutem Essen, vielen neuen Gesichtern und Namen und einer Familie, die gerne feiert! Die Nacht verbrachten wir bei einem der juengeren Brueder der Sister Lioba, dort habe ich zum ertsen Mal wirklich in der Location gwohnt, auch wenn es nur fuer eine Nacht war. Ist schon was anderes, so ohne fliessend Wasser im Haus. Schon frueh morgens konnte ich hoeren, wie das Leben in der Location erwacht. Gewaschen habe ich mich in einer Schuessel mit Wasser aus der Leitung im Garten, viele Haushalte haben auch nur eine so genannte Communial Tap. Wir wurden freundlich von ihrem Bruder uns seiner fast – Ehefrau aufgenommen und mich haben sie auch gleich noch auf ihre Hochzeit eingeladen! Davon aber speater in diesem Eintrag!

Ende November konnten wir einen Erfolg im Projekt verzeichnen. Schon seit laengerem betreuen wir eine Mutter und ihre Kinder, die nach dem Tod des Vaters nach Petsana kamen. Da sie mit Nichts ankamen, halfen Nachbarn mit gebrauchten Wellblechen eine Huette zu b auen. Diese Huette war klein und undicht und so bot das projekt an, eine neue fuer sie zu bauen. Lange weigerte sich die Mutter, unsere Hilfe anzunhemen, letztendlich wiligte sie aber ein und mit der Hilfe von Nachbarn waren wir in der Lage, eine neue nHuette zu bauen. Wie so viele huetten, besteht auch diese nur aus Wellblech, doch die Familie hat nun mehr Platz und muss nicht befuerchten, dass ihre Huette beim naechsten Sturm zusammenfaellt.

Am 08.12.2012 war es endlich soweit: Die Christmasparty fuer unsere Kinder aus dem Projekt war da! Lange haben wir Lieder, Taenze und ein Krippernspiel eingeuebt, Geschenke gepackt und Leute eingeladen. Wir schmueckten die Halle vom Chreche und bereiteten Essen fuer alle Gaeste zu. Da aber so viel in der Kueche zu tun war, habe ich leider die ertse Haelfte der Party verpasst. Zur Geschenke – Vergabe war ich dann aber da und es war schoen, den Kinder etwas zu geben, das nur fuer sie ist. Wir hatten bis in den spaeten Abend zu tun und es war schoen, dass wir diese Feier zusammen auf die Beine gestellt haben.

Vom 18.12.2012 bis zum 24.01.2013 hatte ich die Chance, neue Erfahrungen zu machen. Ich habe den Standort gewechselt und bin nach Mabahloki, dem Altenheim, dass ebenfalls zu den Schwestern gehoert und sich etwa 30 Minuten von Reitz befindet. Dort leben um die 50 alte Damen und Herren sowie koerperlich und geistig behinderte Menschen. Mit einer deutschen Einrichtung ist diese natuerlich nicht zu vergleichen, dafuer fehlen leider die Mittel. Ich habe mich dort aber sehr wohl gefuehlt, von morgens um 7 Uhr bis abends um 17 Uhr ist dort Betrieb. Die alten Leute haben zwar haeufig ihren eigenen Kopf und ich spreche leider nicht ihre Sprache, ich bin aber gut zurechtgekommen und habe viel dazu gelernt. Weihnachten habe ich auch dort verbraucht, wirklich gefeirt wird hier am 25 Dezember, dann kommen alle zusammen, es gibt Geschenke und viel Essen, schoen gesungen haben wir auch! Auch mit den Schwestern dort hatte ich eine schoene Bescheehrung, fuer die noetige Weihnachtsstimmung hat dann der Plastik-Weihnachtsbaum gesorgt.

Ueber Sylvetser ging es fuer mich nach Johannesburg, eine Stadt, die sich sehr von Reitz und dem Free State unterscheidet. Hier hat schon ein Umdenken statt gefunden, man fuehlt sich wie in einem Meltingpot der verschiedenen Kulturen. Waehrend die Trennung von Schwarz und Weiss noch sehr praesent ist, wenn auch nur in den Koepfen der Leute, hat in Johannesburg teilweise ein prozess des Zusammenlebens stattgefunden, den ich als sehr angenehm empfunden habe. So hatte ich die Chance, mit den unterschiedlichsten leuten ins Jahr 2013 zu starten!

Aber zurueck zu den alten Damen und Herren: In diesem Altenheim habe ich einschoenes miteinander erlebt, man fuettert den jenigen der nicht mehr kann und auch sonst wurde sich unterstuetzt, wo es nur ging.

In Deutschland habe ich an 2 Hochzeiten teilgenommen, die sind aber schon etwas her und meine Erinnerung nicht mehr so ganz frisch. An diese hochzeit am 29.12.2012 werde ich aber viel Erinnerungen haben! Die Feier fand in Lindley statt, dort wo die Motjoji Familie ihr Haus besitzt. Frueh morgens wurde angefangen zu kochen, zu dekorieren und es wurde sich zurecht gemacht. Der erste Teil der Hochzeit war eine Trauung in Weiss und in der kleinen Kirche des Ortes. Dann ging es im Auto – Convoi zum Rathaus, wo Fotos geschossen wurden. Auf Hin- und Rueckweg wurde wild gehupt, Strassenschilder missachtet und es gab kein Tempolimit ! Zurueck am Haus wurden dann alle Gaeste mit Essen versorgt, viel kamen auch nur wegen diesem Part! Am Abend gab es dann den traditionellen Teil der Hochzeit, zu dem Braut und Braeutigam in traditioneller Kleidung auftraten und die Braut feierlich in die Familie der Motjojies aufgenommen wurde. Gefeiert wurde bis zum fruehen Sonntag Morgen, am Sonntag Mittag, nach einer kurzen Pause, ging es dann weiter.

Am selben Abend ging die Schwester Elizabeth von uns. In den 50er Jahren kam sie von Deutschland nach Suedafrika, hat hier als Krankenschwester gearbeitet und das Projekt gegruendet, in dem ich nun arbeite. Die Regierung hielt ein Projekt dieser Art nicht fuer noetig, sie musste also viel Meetings mit Behoerden aufnehmen, um dieses Projekt zu ermoeglichen. Ihr Leitsatz war immer : We are not here to make money, we are here for the poor! Und das hat sie immer verfolgt!

Jetzt haben wir auch schon wieder Ende Januar und ich habe noch mehr zu erzaehlen, dass muss aber erstmal warten! Am Montag gehe ich wieder zurueck ins Projekt, mal sehen was diese letzten Monate hier in Suedafrika noch so in Petto haben! Vielen Dank an Alle, die das hier lesen und vielleicht auch Lust kriegen, mal hier runter in den Sueden zu kommen! Beste Gruesse ins kalte Hamburg, oder von wo aus ihr sonst meine Geschichten lest!

Pretoria, Lesotho und dazu Kuhmagen!

Dienstag, 06.11.2012

Seit Ende August ist der Pfarrer Kuckertz aus Deutschland wieder da. Ihn begleitete ein weiterer Pfarrer, Pfarrer Richard, der dem im Rollstuhl reisenden Pfarrer Kuckertz bei seiner Rückreise half.

Pfarrer Kuckertz verbrachte die letzten 7 Monate in Deutschland (geplant waren 4) um seinen Krebs behandeln zu lassen. Deutlich geschwächt und auf eigenen Wunsch kehrte er nach Südafrika zurück, um hier seine letzte Ruhestätte zu finden. Trotzdem hat er die Ruhe weg, macht alles auf eigene Faust, auch wenn es etwas länger braucht. Da seine linke Körperhälfte fast gelähmt ist, braucht er vor allem bei den Mahlzeiten Hilfe, versucht sich aber auch dort erst einmal selbst. Fleissig ist er auch noch, steht jeden Morgen um 5.00 auf und beginnt zu arbeiten.

Nun sind also 2 Pfarrer da (Pfarrer Richard reiste Ende September ab), die viel zu erzählen haben und gerne Geschichten aus ihrer 50 jährigen Südafrika – Erfahrung auspacken.

 

 

Der August ist in Südafrika der Frauenmonat. Ja, hier widmet man den Frauen einen ganzen Monat! Zurück geht das ganze in die Zeit der Apartheid, in der schwarze Frauen in den 70er Jahren gegen die Apartheid – Regierung protestiert haben. Auch das haben wir im Projekt mit unseren Kollegen gefeiert (ich muss sagen, in Südafrika feiert man gerne und viel, egal bei was für einem Anlass), der Grill wurde an geschmissen und es gab Essen für eine Hundertschaft. Das ein oder andere Bier durfte auch nicht fehlen. Besuch bekamen wir auch, die Schwestern aus Petrus Steyn kamen vorbei, zusammen mit Tizian, der bei ihnen für zwei Wochen im Altenheim arbeitete. Es wurde viel gegessen, gequatscht und getanzt! So muss ein Frauenmonat zu Ende gehen!

 

Da für das Projekt die Arbeit mit einem PC immer wichtiger wird, lernt die Sr. Lioba bei einem Computerkurs die wichtigsten Programme und Funktionen kennen. Große Lust hat sie dazu allerdings nicht und um nicht immer zu dem Kurs zu müssen, hat sie Julia und mich zu ihren persönlichen Lehrern erkoren. So versuchen wir also neben der Arbeit im Projekt, der Schwester die Arbeit am Computer etwas näher zu bringen. Mit viel Geduld geht das auch, mit ihren über 50 Jahren lernt die Schwester noch gerne! Sie macht eben alles sehr langsam, ganz nach südafrikanischer Art. Ihre Arbeit als Projekt Manager wird sich durch ihre neu erworbenen Computerkenntnisse wohl deutlich vereinfachen, da sie dann vieles selbst am Computer erledigen kann und keine Freiwilligen mehr bitten muss, dies und jenes für sie zu tippen ;).

 

Seit der September da ist, haben wir hier des öfteren starke Regenfälle, für die Leute hier Fluch und Segen zugleich. Der Free State hat ein sehr trockenes Klima, lebt aber hauptsächlich von der Landwirtschaft und so brauchen die Leute hier den Regen sehr und sind froh, wenn dieser nach einer längeren Trockenperiode endlich da ist.

Auf der anderen Seite sorgt dieser wirklich starke Regen vor allem in der Location für überflutete und kaputte Straßen und für Wasser in den Häusern.

An einem Freitag Anfang September hatte es so stark geregnet, dass wir statt um 17.00 nach Hause zu gehen, auf den Bra Aby und des Bus warteten, der uns nach Hause fahren sollten. Zunächst fuhren wir in die Location, in der sich die Strassen zu Flüssen gewandelt hatten und man sich fragte, wie viele Leute wohl grad mit Wasser im Haus zu kämpfen hatten.

Zu Hause angekommen, machten wir es uns gemütlich und versuchten einen Film zu schauen, was nicht so einfach war, da Regen auf einem Wellblechdach unheimlichen Lärm macht. Der Regen bescherte uns ebenfalls eine nasse Küche und auch in der Toilette regnet es rein.

Vergangenen Freitag hatte es wieder so stark geregnet, dass wir die Küche wischen mussten.

Trotz dieses Regens kommen viele Kinder ins Projekt, um sich eine warme Mahlzeit abzuholen. So saßen wir alle zusammen in der großen Küche und wärmten uns am Ofen.

 

Anfang September machten wir einen Kurztrip nach Pretoria. Für uns kam dieser sehr überraschend, Mittwochabend gegen sieben stand die Sister Lioba vor unserem Fenster und erzählte uns, wir würden am nächsten morgen um fünf nach Pretoria auf eine Beerdigung fahren. Alles mal wieder sehr spontan und ohne Vorbereitung, aber das kennt man ja schon.

So standen wir also früh morgens auf, versuchten uns so passend wie möglich für eine Beerdigung zu kleiden, fuhren noch kurz in Petrus Steyn vorbei um Tizian und Sister Beatrix abzuholen und machten uns dann in einem fetten Toyota auf den Weg nach Pretoria. Da wir auf unserem Weg im Stau standen, kamen wir zu spät und konnten so nur noch Plätze außerhalb der Kirche ergattern. Die Beerdigung fand in einem Convent namens Holy Cross statt, der etwas außerhalb von Pretoria lag und um einiges größer ist als der hier in Reitz. Nach der Trauerfeier in der Kirche ging es in einem Auto Konvoi Richtung Friedhof. Dort bekamen wir schon mehr mit, es wurden wunderschöne Lieder gesungen und es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Dann ging es zurück zu dem Convent, wo wir noch etwas zu essen bekamen.

Bevor wir uns auf den Rückweg machten, fuhren wir noch bei der National Lottery vorbei, die das Projekt mit Spenden unterstützt. Während wir auf einige Unterlagen warteten, fing es draußen tierisch an zu regnen. Auf unserem Rückweg durch Pretoria fuhren wir durch überflutete Straßen und waren froh, in einem Auto zu sitzen.

Müde kamen wir in Perus Steyn an, doch anstatt nach Haus zu fahren, eröffnete uns Sister Lioba, dass wir die Nacht dort verbringen würden. Gut, null Problemo für uns, in einem Zimmer hatte man uns die wichtigsten Sachen bereit gestellt, die Sister Beatrix leihte uns Schlafklamotten. Wir konnten auch einen Blick auf ihr Zimmer werfen, dass mit Hello Kitty und anderem süßem Schnick Schnack ausgestattet war.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann endlich auf den Rückweg und mussten feststellen, dass in der Nacht in unsere Küche rein geregnet hatte...

 

Mitte September verließ uns Tizian, nach 3 Monaten in Reitz ging es auf Rundreise durch Südafrika und dann zurück nach Deutschland. Dazu gab es im Projekt eine kleine Abschiedsfeier für ihn, alle Kinder kamen zusammen, tanzten und sangen und ein Junge aus dem Projekt, Calfornia, verabschiedete sich auf Deutsch von ihm!

 

Im September gibt es in Südafrika den Heritage Day, ein Feiertag der ganz im Zeichen der Kultur steht.

Anlässlich dazu wurden wir in den Chreche der Sister Clara eingeladen, in dem sie einen Cultural Day feierten. Der Chreche war gefüllt mit Gästen, darunter vor allem die stolzen Eltern. Die Kinder und auch viele Mutter, waren traditionell gekleidet. Die Mädchen trugen eine Art Baströckchen, dazu bunten Schmuck, die Jungen hatten häufig eine Decke um und einen Basotho-Hut auf. Die Mütter trugen ein Scheschwe, ein traditionelles Basotho – Kleid mit schönen Mustern, dazu wird häufig ein Tuch um den Kopf gebunden.

Die Kinder hatten Tänze und Gesänge vorbereitet, die nun vor einer tobenden Menge aufgeführt wurden. Eine ältere Dame erzählte etwas über die Traditionen der Basotho (welche Lebensmittel verwendet werden, wie sie zubereitet werden und, und, und), leider alles auf Sesotho, so dass wir nicht viel verstanden.

Als dann das Essen serviert wurde, lag ein derber Gestank in der Luft. Vor uns wurden Schüsseln mit Essen aufgestellt, Pap, Spinat und Bohnen kannten wir. Doch der Inhalt einer Schüssel, von der Gestank rührte, war uns nicht bekannt. Man sah wohl unsere angewiderten Gesichter und sagte wir sollen es kosten, es sei Kuhmagen und so etwas wie eine Delikatesse. Überwinden konnte ich mich nicht (noch nicht!), aber Julia war tapfer und probierte. Den restlichen Tag spürte sie diesen Kuhmagen in sich und fühlte sich nicht besonders wohl!

 

An einem Dienstag mitte September besuchten uns zwei Feuerwehrmänner, die den Kindern etwas über die verschiedenen Arten von Bränden erzählten und ihnen zeigten, was im Notfall zu tun sei. Außerdem erzählten sie, wie zu dem Beruf gekommen waren und wie man denn überhaupt Feuerwehrmann wird. Die Kinder waren sehr interessiert und haben sich umso mehr gefreut, als sie den großen Wasserschlauch bedienen durften.

 

Da der Heritage Day ein Public Holiday ist, hatten wir einen Tag frei und den nutzen wir, um mit dem Pfarrer Richard nach Lesotho zu fahren. Da er dort einige Jahre gelebt hat, kennt er sich gut aus und hat viel zu erzählen. Je näher wir der Grenze zu Lesotho kamen, sahen wir wir immer mehr beeindruckende Berge und wunderschöne Landschaften. Um über die Grenze zu kommen, zahlt man 30 Rand (etwa 3 Euro) und kann sich einen Tag in Lesotho aufhalten.

Wir fuhren also durch wunderschöne Landschaften, links und rechts von uns erhoben sich riesige Berge und immer mal wieder kam ein Mann auf einem Pferd oder Esel an uns vorbei, häufig mit einem Basotho – Hut auf dem Kopf.

Lesotho ist nicht wirklich dicht besiedelt, nur in den größeren Städten, wie der Hauptstadt Maseru, finden sich viele Menschen auf einem Fleck. Locations, oder Townships, gibt es hier nicht, genauso wenig wie Weiße. Häufig sieht man noch die Rundhütten der Basotho, die in unserer Region im Free State kaum noch zu sehen sind. Überhaupt wirkt Lesotho noch relativ unberührt und ohne weißen Einfluss.

Auf unserer Reise machten wir einen Zwischenstopp in einem Restaurant, das man als normaler Tourist wohl nie betreten hätte. Doch trotz dieses nicht sehr guten äußerlichen Eindrucks, war das Essen sehr gut und vor allem preiswert. Ganz in der Nähe lag eine Werkstatt in der körperlich oder geistig Behinderte Frauen Basotho – Decken, - Kissen,- Taschen und Schmuck herstellten. Da der Pfarrer Richard mit uns war, wurden wir durch die Werkstätten geführt. Es gab keine modernen Maschinen, alles wird in Handarbeit gefertigt.

Da war unsere Zeit in Lesotho auch schon fast um und wir machten uns auf den Rückweg.

Doch uns beiden ist klar: Da wollen wir noch einmal hin!

 

Am 29 September war es dann auch bei uns im Projekt soweit: Der Cultural Day war da! Wochen vorher haben die Kinder angefangen zu Proben, fast jeden Tag sahen wir sie die tollen Tänze und Gesänge einstudieren. An diesem Tag wurden jedoch nicht nur traditionelle Tänze und Gesänge aufgeführt, das Ganze war ein Wettbewerb zwischen unserem Projekt und einem ähnlichen Projekt aus der Nachbarstadt Qwa Qwa.

Da an diesem Tag viele Leute mit Essen versorgt werden sollten, fingen wir schon am Freitag damit an, die Innereien, die an diesem Tag serviert wurden, zu waschen und einzulegen. Wir pflückten viel Spinat und wuschen Bohnen. Auch am Cultural Day verbrachten wir den Morgen in der Küche, bis uns Botete zu ihr rief. Schon vorher hatte sie gesagt, wir würden an diesem Tag traditionell gekleidet, nun stand sie da, eine Tasche voller Kleidungstücke für uns. So verzogen wir uns mit einigen Helferinnen und legten unsere normale, westliche Kleidung ab. Zunächst wurden mir mehrere Unterröcke angezogen (im ganzen 11 Stück, das war irgendwann doch ganz schön schwer...), da ich aber relativ schmal bin und ja wie eine Basotho – Dame aussehen sollte, wurden es immer mehr. Über die Unterröcke wird ein farbenfroher Rock gezogen, dazu noch ein passendes Oberteil, das wie ein Hemd ohne Ärmel aussieht. Bunter Schmuck darf nicht fehlen, genauso wenig wie ein Tuch um den Kopf. Wie wir nun so fertig eingekleidet waren, kamen unsere Küchenfrauen rein und freuten sich riesig, uns in dieser Kleidung zu sehen.

Nun waren auch die Kinder vom Projekt aus Qwa Qwa angekommen, zusammen mit Bert, einem weiteren AFS Freiwilligen ( der gute Herr kommt aus Belgien) und Samuel ( aus Deutschland), der zu diesem Zeitpunkt seit einer Woche in Südafrika war und mit ihm zusammen arbeitet. Auch die beiden Herren wurden ganz nach Basotho – Tradition eingekleidet, sie hatten eine Decke umgewickelt und einen Basotho – Hut auf dem Kopf.

Dann begann auch schon der Wettbewerb, zu dem die Kinder abwechselnd auf die Bühne kamen. Auch wenn ich unsere Kinder um Längen besser fand, gingen jeweils drei Pokale an uns und drei an das andere Projekt.

Als es dann ans Essen ging, wurde es voll in der Küche. Für uns hatte man extra Hühnchen zubereitet, trotzdem lud mich eine meiner Arbeitskolleginnen zu Mala Mohudu (Kuhmagen) ein. Dieses mal hat mich der Geruch nicht davon abgehalten, ihn zu probieren. Doch so schlimm hatte ich es mir wirklich nicht vorgestellt, ich hatte Schwierigkeiten, alles in meinem Mund zu behalten. Einmal und nie Wieder!

Für die Kinder war dieser Tag ein großes Ereignis, sie konnten zeigen, woran sie so lange geübt hatten und sich füreinander stark machen.

Auch Julia und ich haben diesen Tag genossen, in unseren Kleidern kam uns nur manchmal etwas sehr viel Aufmerksamkeit zu und jeder wollte ein Foto mit den weißen Frauen in Basotho – Kleidung. Am Ende des Tages viel es mir nur immer schwerer mich mit meiner Anzahl an Röcken fortzubewegen...Doch die Freude der Leute, uns in diesen Kleidern zu sehen, war groß und viele, vor allem ältere Damen, konnten es kaum fassen, das Weiße so an ihrer Kultur interessiert sind.

 

Anfang Oktober gab es dann noch etwas Aufruhr im Convent, nachdem in der Nacht ein Auto der Schwestern geklaut wurde. Die Diebe (der Dieb), seien wohl Nachts durch das hintere Tor hinein und haben dann ein weiteres Tor, hinter dem das Auto stand, geknackt und das Auto dann schnell vom Convent gebracht. Da die Autos meist so schnell wie möglich über die Grenze geschafft werden, umlackiert oder auseinander genommen werden, gibt es meist keine Hoffnung, das gestohlene Auto wieder zu bekommen.

Seit dem ist aber auch schon wieder einiges passiert, dazu aber mehr in meinem nächsten Blogeintrag! Der wird dann bald folgen, ich denke ich werde da mal ein Wörtchen mit mir reden müssen, geht ja nicht, dass ich immer so lange nichts von mir hören lasse ;)!

Ich hoffe, ihr habt auch diesen Blogeintrag wieder gerne gelesen, denn mir fällt es meist nicht sol leicht, all das hier in Worte zu fassen. Wenn ich euch trotzdem etwas Südafrika übermitteln konnte, freut mich das!

Liebste Grüße, Leonie :)

 

 

 

Und da ist der erste Monat auch schon rum...

Sonntag, 02.09.2012

Der Septermber ist da und das heisst es wird Frühling in Südafrika! Alles wird grün, die Bäume blühen und überalle wo man hinschaut wird gegrillt!

Nachdem ich nun lange nichts mehr von meinen Erlebnissen und Erfahrungen berichtet habe, nutze ich diesen sonnigen Sonntag und erzähle euch von meinem August 2012 in Südafrika! Dieser Monat begann mit einem spontanen Besuch eines Workshops in Bethlehem. Für eine Woche waren wir zusammen mit Jugendlichen aus der Umgebung im John Paul II Center und lernten etwas über die soziale Lehre der katholischen Kirche. Die Jugendlichen die an diesem Workshop teilnhamen, sollten so mehr über die Arbeit der katholischen Kirche lernen und eigene Ideen entwickeln, mit denen sie in ihren Gemeinden arbeiten können. Viele der Jugendlichen, die an diesem Workshop teilnahmen, sind arbeitslos und da der Workshop kostenlos war, nutzen sie diesen um dem Nichtstun zu entgehen. Wir waren die einzigen Weißen, die an diesem Workshop teilnahmen, haben uns in dieser Geminschaft aber super wohl gefühlt und konnten so gut Kontakte knüpfen und uns austauschen. Interessant wurde es immer, wenn zwei Sichtweisen, die deutsche und die südafrikansiche, aufeinander trafen: Während hier der Mann eine Beziehung mit mehreren Frauen haben kann und auch Frauen nicht nur einen Mann haben müssen, ist man da in Deutschland doch noch etwas konservativer. Doche eine Eigenart der Südafrikaner ist mir in dieser Woch sehr bewusst geworden: Sie haben eine Gelassenheit an sich, die man in Deutschland so nicht häufig sieht. Manchmal waren sie wohl auch zu gelassen, vorallem wenn es um Aufgaben ging, die am nächsten Tag abgegeben werden sollten, aber sie haben  sich nicht stressen lassen und die Dinge in ihrem eigenen Tempo erledigt. Diese Woche im Bethlehem war ein schöne Abwechslung zur Arbeit im Projekt, hat uns die Möglichkeit gegeben neue Leute kennen zu lernen und sich mit ihnen Auszutauschen und war leider auch viel zu schnell wieder vorbei!

Auch die ersten Wochen im Projekt gingen doch recht schnell rum und man kommt gar nicht hinterher über alles zu berichten, deshalb nur kurz etwas zum Projekt: Das St. Elizabeth Children´s Programme kümmert sich um Weisen und hilfsbedürftige Kinder die in der Location leben. Die Ersten Kinder kommen gegen 14.00 ins Projekt, bis wirklich alle Kinder da sind ist es meistens 15.30. Im Projekt kriegen die Kinder etwas zu Essen und eine Nachmitags-Betreuung, die immer anders aussieht. Mal ist es Hausaufgabenhilfe, dann der Chor, HIV-Aufklärung oder eine Bibelstunde. Immoment werden aber fleissig traditionelle Zulu-Tänze und Gesänge geprobt, die am 24 September bei einem großen Contest in Bethlehem aufgeführt. Am Vormittag helfen Julia und ich in der Küche mit und bereiten das Essen für die Kinder vor oder arbeiten Büro, am Nachmittag machen wir mit den Kids Hausaufgaben, helfen bei der Essensausgabe oder wo sonst grad Hilfe benötigt wird. Manchmal fahren wir auch in die Stadt und besorgen verschiedenste Dinge für das Projekt. In der Stadt treffen Schwarze und Weiße aufeinander und besonders hier in Reitz sind die Auswirkungen der Apartheit noch gut zu spüren. Als wir an einem Tag in einem Baumarkt Saatgut und andere Dinge für den Garten besorgen wollten, wurden wir, also Maria, eine Arbeitskollegin und ich, an der Kasse abgewiesen, da wir mit einem Check zahlen wollten. Ohne Mitgliedschaft sei das nicht möglich und so  mussten wir etwa 20 Minuten auf ein Formular warten, das komplett auf Afrikaans war und durften dann unsere Ware bezahlen. Während wir auf das Formular warteten, erzählte Maria mir, dass dieser Laden von Weissen geführt wird und sie als Schwarze schon einmal ein Problem damit hatte, mit einem Check zu zahlen. Sie freute sich aber sehr darüber, dass die Weißen so schnell hin und her liefen und das nur um ein Formular für sie zu beschaffen. Das sei das erste Mal, dass sich Weiße so für die beeilten. Das Projekt betreut auch Kinder, die in den umliegenden Farmen wohnen, die aber zu weit weg wohnen um in das Projekt zu kommen. Deshalb fahren wir zu den Farmschulen und verteilen dort Kleidung, Decken und Hygiene-Artikel an die Kinder. Die Farmschulen sind häufig sehr klein und Kinder verschiedener Altersstufen werden zusammen unterrichtet. Die Aussttatungen der Farmschulen bezieht nur das Nötigste mit ein und häufig haben die Kinder einen Kugelschreiber den sie sich zu zweit teilen. Die Freude über unsere mitgebrachten Sachen ist deshalb auch immer sehr groß und bei dem Gruppenfoto, das in jeder Schule gemacht wird, halten sie immer stolz ihre Sachen in die Kamera. Auch die Kinder im Projekt haben oft nicht viel, leben ohne Mutter und Vater und wachsen bei Verwandten auf. Doch es ist immer eine Freude, mit ihnen zu spielen, sich mit ihnen zu unterhalten und zu hören, was für Träume sie haben. Ob sie nun Astronaut werden wollen oder einfach nur mal reisen möchten. Die Kinder sind interessiert an uns, wollen, das wir mit ihnen sind und auch wenn man nicht jeden beim Namen kennt, hat man sie schon ins Herz geschlossen. 

An den Wochenenden versucht der Pfarrer Bernhard uns so oft wie möglich etwas vom südafrikanischen Leben zu zeigen. So fuhren wie am Samstag, den 11.08.12 zu einer Priesterweihe nach Senekal. Das ganze war ein riesen Fest, zu dem Menschen von überall her kamen, Geschenke mitbrachten (darunter auch zwei Schafe) und diesen Tag feierten. Ich verstand leider nicht viel, natürlich war alles auf Sesotho aber ich bemerkte natürlich die gute Stimmung der Leute und das ließ die Prieserweihe, die insgesamt 4 1/2 Stunden ging, doch recht schnell vorbei sein. 

Ein andern mal nahm uns der Pfarrer mit nach Johannesburg, etwa 2 1/2 Stunden Autofahrt von Reitz entfernt. Unser erstes Ziel war das Top of Africa, das fünfzigste Stockwerk eines Hochhauses in Johannesburg, von dem man einen wunderbaren, weiten Ausblick hat. Johannesburg von Oben betrachtet, mit seinen vielen Hochhäusern und engen Straßen, erweckt den Eindruck einer großen Metropole wie New York, nur die umliegenden Locations zeigen einem, dass man in Johannesburg ist. Etwas, das mir schon von weitem aufgefallen ist, und auch dort oben gut zu sehen war, ist der Smog der über der Stadt liegt, der sowohl von den Fabriken stammt, als auch von dem Dichten Verkehrsaufkommen in Johannesburg und aus den Locations, in denen der Müll verbrannt wird und mit Kohle geheitzt wird. Wieder am Boden angekommen, wollten wir uns auf den Weg zum Apartheit-Museum machen. Nach mehrmaligem Verfahren und irreführenden Auskümften des Pfarres über den zu fahrenden Weg, haben wir es dann gefunden. Das Museum ist noch recht neu und beinhaltet auch ein Nelson Mandela Austellung. Es zeigt die ganze Geschichte der Apartheit und da kann man gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Leider hatten wir nur wenige Stunden, ich habe aber auch so viele Eindrücke aus diesem Museum mitnehmen können.

Zum Schluss noch ein kleine Geschichte, die mir gezeigt hat, das man in Südafrika nicht immer alles durchorganisieren muss und man auf spontane Aktionen gefasst sein sollte. Am Samstag vor zwei Wochen waren wir auf ein kleines Fest eingeladen, das der Chreche ( so bezeichnet man hier Kindergarten und Vorschule)  veranstaltete um Spenden für eine Fahrt nach Durban zu sammeln. Wir hatten vorher Lose gekauft, da auch eine eine kleine Verlosung stattfinden sollte. In aller Ruhe machten wir uns also auf den Weg und freuten uns auf einen netten Vormittag. Im Chreche angekommen, kam aber alles ganz anders: Gerade als wir uns setzten wollten, erzählte man uns, dass wir doch bitte vorne platz nehmen sollten, da wir die Jury sein sollten, für einen Beauty Contest, der heute stattfindet. Noch etwas verwundert setzten wir uns also vorne hin und nacheinander kamen dann die Kindergartenkinder, alle hübsch angezogen und wir hatten nun die Aufgabe diese Kinder zu bewerten und zum Schluss jeweils 3 Mädchen und 3 Jungen als Sieger zu küren. Das ganze zog sich über mehrer Stunden hin und so wurde aus unserem enstpannten Vormittag ein halber Tag voller kleiner Beauty Kids.

Ich habe schon viel schönes erlebt, stoße aber auch immer wieder auf Sachen, die ich so nicht kenne und die so anders sind als in Deutschland ( ob nun so etwas einfaches wie das Essen oder etwas schwerwiegendes wie das Verhältnis von Schwarz und Weiß). Auch die Sprache (Sesotho) ist so weit weg von allem, was ich bis jetzt gehört habe, die ersten einfachen Sätze sitten aber und es wird immer begrüßt, wenn man etwas auf Sesotho sagen kann. Es ist auch ein gutes Mittel, um sich von den hier lebenden Weißen abzugrenzen und zu zeigen, dass man an ihnen und an ihrem Leben interressiert ist. Mit einem kleinen Wörterbuch für die Grundschule ausgestattet, werden wir wohl hoffentlich noch mehr lernen.

Das jetzt aber erstmal vom August, der September hat gerade angefangen und bietet hoffentlich genauso viel Schönes! Ich sende liebe Grüße in das so weit entfernte Hamburg, in dem es dann ja auch bald schon wieder Herbst wird...macht es gut und genießt diesen Sonntag!                                                                                

Hello aus Südafrika!

Sonntag, 22.07.2012

Endlich angekommen! Nach 10 Stunden Flug landeten wir in Johannesburg und dann gings auch schon zum Arrival Camp, auf dem wir die anderen AFS-Freiwilligen kennen lernten. Es gab noch ein wenig Input und Projekt-Infos und Samsatg Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Reitz, zu unserem Projekt für die nächsten Monate.

Ich habe das Glück, zusammen mit Julia in diesem Projekt zu sein und mir ihr diese tolle Erfahrun zu teilen! Mit dem Bus fuhren wir bis nach Harrismith, wo uns Schwester Lioba abholte und uns auf dem Weg zum Projekt noch auf ein Wilkommens-Essen einlud. Als es schon dunkel war, erreichten wir endlich Reitz. Müde von der Fahrt, aßen wir noch ein wenig, bezogen unser Zimmer und fielen ins Bett!

Heute morgen ging es für uns ja auch schon um 7.00 weiter mit der Messe, bei der wir auch die anderen Schwestern kennen lerneten.

Danach nahm der Pfarrer uns mit auf eine Fahrt in die Location Qwa Qwa. Auf dem Weg dorthin furen wir duch einen National Park, der unglaubliche Landschaften zu bieten hatte. Nach dem wir den ganzen Tag unterwegs waren, ist auch heute Abend nicht mehr viel los und wir freuen uns auf den Ersen Arbeitstag Morgen!

Noch wenige Stunden und dann geht es los!

Montag, 16.07.2012

Wow, heute ist der Tag an dem ich mich auf den Weg nach Südafrika mache! In etwa 4 1/2 Stunden geht der Flieger nach Frankfurt, dann gehts weiter nach Johannesburg. Ich bin gespannt auf das, was mich in Südafrika erwartet, ich freue mich darauf viel Neues kennen zu lernen und auf tolle Leute zu treffen. Ich möchte in diesen 10 Monaten so viel wie nur Möglich an Erfahrungen mit nehmen und diese Chance nutzen!

Von genau diesen tollen (und manchmal sicherlich auch nicht so schönen) Erfahrungen möchte ich auf diesem Blog berichten. Also wenn ihr möchtet, lest fleissig, schreibt mir vielleicht ein Kommentar oder schaut mal rein, um zu wissen wies mir geht!

Ich melde mich wieder aus Südafrika!

Leonie :)

 

Bald geht es los

Montag, 16.07.2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.